ORBIS

ZEITMESSER

Was ist Zeit?

Zeit ist untrennbar mit Bewegung verbunden.

Die Ur-Bewegung war vielleicht das Rotieren von Materie um sich selbst und gleichzeitig um andere Materie.

Erst dieses Zusammenspiel bringt alles ins Gleichgewicht.

So entstehen Sterne, Galaxien und Planeten.

Das ist die Idee des ORBIS Zeitmessers.

 

Die exzentrische Stunde rotiert zwei Mal am Tag um sich selbst und gleichzeitig um das Zentrum, das sich im gleichen Zeitraum 24 Mal dreht, also die Minuten.

BADISCHE ZEITUNG SCHOPFHEIM

EINE UHR "made in Schopfheim"

Hubert Donkel mit seinem „Orbis“. Sie zeigt ungefähr 13 Minuten nach 10 Uhr an. Foto: Nicolai Kapitz

Der Schwarzwald, soviel ist weithin bekannt, ist ein Zentrum der Uhrenproduktion. Städte wie Furtwangen, Titisee-Neustadt oder Schramberg sind Zentren des Uhrenbaus. Schopfheim ist dafür weniger berühmt, zumindest bisher. Denn der Uhrmacher Hubert Donkel hat nun eine Uhr "made in Schopfheim" erfunden. Und die ist tatsächlich etwas völlig Neues: Sie hat keine herkömmlichen Zeiger, sondern rotierende Scheiben, die sich umeinander drehen, und trägt den Namen "Orbis".
 

Die Idee kam völlig plötzlich


Nicht nur, aber vor allem für Wanduhren ist der Schwarzwald berühmt – vor allem für jene, aus denen stündlich ein zwitschernder Kuckuck herausschaut. Der Donkel’sche "Orbis"-Zeitmesser ist auch eine Wanduhr. Doch ist sie an einer Kuckucksuhr so nahe dran wie Schopfheim am Status einer Uhrenstadt: Es ist ein durch und durch modernes, sogar futuristisches Design, das Hubert Donkel da entworfen hat. "Ich konnte gar nichts dafür", sagt der 58-jährige Uhrmacher, der seit Jahrzehnten sein Juwelier- und Uhrengeschäft im Pflughof betreibt. "Die Idee kam völlig plötzlich. Wie bei einem Komponist, dem auf einmal eine Melodie einfällt. Und da hatte ich das Gefühl, ich muss das jetzt umsetzen." Das war vor etwa fünf Jahren. "Ich kenne ja tausende von Uhren und Anzeigesysteme, ich habe auch lange recherchiert. Und ich habe nichts gefunden, was damit vergleichbar wäre", sagt Hubert Donkel.
 

Zeiger und Ziffernblatt verschwinden


Die Idee, die Donkel da aus heiterem Himmel heimsuchte, war folgende: Das herkömmliche Design einer Uhr – zwei Zeiger und Ziffernblatt – verschwindet radikal aus seinem Konzept. An ihre Stelle treten zwei Scheiben, beide rotieren. Die größere füllt die Uhr aus und verkündet mit einem aufgedruckten Punkt die Minuten. Die kleinere rotiert innerhalb der großen Scheibe gegen den Uhrzeigersinn und zeigt mit einem kleinen Pfeil – der logischerweise wieder mit dem Uhrzeigersinn läuft – die Stunden an. Das alles ist eingebettet in ein Edelstahlgehäuse und erhältlich in drei verschiedenen Farbmustern.

Inspiriert hat Hubert Donkel das Universum: Planeten, die um die Sonne kreisen. "Eine Drehbewegung war wahrscheinlich die erste Bewegung, die es gab", sagt Hubert Donkel. "Die Ur-Bewegung." Deshalb auch der Name der Uhr: "Orbis" ist Latein und bedeutet "Welt". Diese Gedanken flossen in das Design ein. Nichts Alltägliches und etwas gewöhnungsbedürftig für den Betrachter, der sich nur schnell nach der Uhrzeit erkundigen will. Aber "Orbis" soll in erster Linie auch gar kein Gebrauchs-, sondern ein Einrichtungs- und Modegegenstand sein. "Sie soll etwas sein, das man ansieht, für das man sich interessiert, über das man spricht", sagt ihr Erfinder.

 

Prototyp aus einer Blechdose gebastelt


"Ich habe überhaupt keine Ahnung gehabt, was da alles dranhängt, wenn man eine eigene Erfindung in die Tat umsetzen will", berichtet Hubert Donkel. Zwar hat er in seiner Ausbildung auf der Meisterschule eine Uhr gebaut, aber später, im Beruf, ging es nur noch ums Verkaufen und Reparieren. Dann kam ihm der Einfall mit der "Orbis", Hubert Donkel begann, Skizzen zu zeichnen. Knappe zwei Jahre später machte er sich an den Bau eines Prototypen. "Den habe ich noch in der Werkstatt hängen. Ich habe ihn aus einer Blechdose gebastelt und provisorisch Räder eingesetzt."

Bis die neue Erfindung Serienreife hat, sind die größten Herausforderungen zu stemmen. Zunächst braucht es präzise Konstruktionszeichnungen. Hubert Donkel musste nicht alles, aber doch einiges an seiner neuen Uhr selbst konstruieren. Das Uhrwerk und der batteriebetriebene Motor zum Beispiel sind aus bewährten Konstruktionen übernommen. Ebenso das Planetengetriebe, die Feinmechanik, die die beiden Scheiben exakt positioniert. Der Rest ist ein rein Donkel’scher Entwurf. "Dafür sind neue Bauteile nötig und für solche muss man erst einmal einen Lieferanten finden, der die auch auf den hundertstel Millimeter genau herstellen kann." Donkel musste auch Firmen finden, die bereit waren, diese Teile für eine Kleinserie zu produzieren – und nicht wie üblich nur an Abnehmer riesiger Mengen liefern. Und zusätzlich hat Hubert Donkel eigene Spezialwerkzeuge gebaut, die es zum Herstellen der neuen Uhr braucht.

 

Die ersten Exemplare sind bereits verkauft


"Der Prozess bis zur fertigen Uhr war sehr zäh", erinnert sich der Uhrmacher. Die Zeit im Geschäft ließ sich kaum in die Erfindung investieren – Reparaturen und Verkauf gehen vor. Blieb noch die Freizeit und in der ist Hubert Donkel – begeisterter Musiker – normalerweise ein gefragter Bassist in verschiedenen Ensembles. "Den letzten Schub bis zur Veröffentlichung hat die Corona-Pandemie gebracht", sagt Donkel. "Da habe ich auf einmal genug Zeit gehabt, den letzten Schliff zu machen." Auch im Geschäft gab es mehr Freiraum. Zwar hat die Werkstatt geöffnet, aber die Verkaufsräume im Pflughof sind zu, "auch bei uns ist das Geschäft ziemlich eingebrochen", sagt der Inhaber.

Die Pandemie hat also trotz all ihrer Nachteile dazu beigetragen, dass die "Orbis" jetzt im Schaufenster des Ladengeschäfts im Pflughof hängt und auf Anfrage verkauft wird, für 300 Euro pro Stück. Die Erfindung hat Donkel als Geschmacksmuster eintragen lassen. Das bestätigt ihm einerseits, dass der Orbis-Zeitmesser tatsächlich ein ganz neues Design ist. Und andererseits verhindert es, dass der Zeitmesser einfach abgekupfert werden kann. "Die Kleinserie umfasst 100 Uhren", sagt Hubert Donkel. "Bis morgen könnte ich zwölf fertig machen, bis in drei Tagen weitere 20." Die ersten sind auch schon verkauft worden – "made in Schopfheim" ist zurzeit gefragt.

 

Es gibt weitere Ideen


Wird die Uhrenwerkstatt Donkel jetzt zur Uhrenmanufaktur? "Ich habe noch ein paar Ideen", sagt der Uhrmacher. Das Design der "Orbis" möchte er auf eine Armbanduhr übertragen. Die Arbeit daran hat er schon begonnen, er kann sich auch vorstellen, auf Wunsch Einzelstücke herzustellen – "was natürlich seinen Preis hat", sagt Hubert Donkel. Aber auch abseits der Erfindung gibt es noch den einen oder anderen Gedanken im Hinterkopf. Zumindest im Wiesental könnte Schopfheim also irgendwann als Uhrenstadt von sich reden machen.

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